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Investieren Sie lieber in Papier – oder in Werte?

Seit grauer Vorzeit kennt der Mensch den Handel mit Tauschwaren. Ob Vieh, Getreide oder Metallmünzen - jede Kultur und jede Epoche hatte ihre Tauschobjekte – und damit bereits eine Art Geldsystem. Doch das System, das die längste und konstanteste Geschichte als Zahlungsmittel aufweist, beruht auf Gold.

 

Vermutlich hatte Krösus, der legendäre König der Lyder, um 560 vor Christus die Idee aus Gold Geld zu machen. Die Vorteile von Gold lagen auf der Hand: Das Material war beständig und es konnte nicht beliebig von jedermann hergestellt und vermehrt werden.

 

Gold diente als Deckung für die Geldscheine und bestätigte dem Empfänger, daß für eine Banknote eine entsprechende Menge an Gold bei der Bank des Überbringers gelagert war. Die Geldscheine wiederum waren und sind auch heute noch leichter zu transportieren und leichter aufzubewahren als Gold.

 

1844 führte die Bank of England als erste Notenbank den Goldstandard ein und erschuf damit das erste international gültige Währungssystem mit Papiergeld auf Goldbasis. Ab 1900 garantierten so ziemlich alle Notenbanken der Industrieländer jede Banknote zu einem festen Wechselkurs in Gold zu tauschen.

 

1913 wurde in den USA dann das Federal Reserve System (FED) gegründet. Ein privates Bankensystem, das die Erlaubnis erhielt, ein eigenes Geld herauszugeben: den US-Dollar. Zunächst bürgte noch die amerikanische Regierung für dieses gesetzliche Zahlungsmittel.

 

Doch nach dem 1. Weltkrieg begann die FED, die Goldreserven der Welt zusammenzukaufen. Die Folge: Viele andere Währungen konnten ihren Goldstandard nicht mehr halten und brachen zusammen. Die Weltwirtschaftskrise war das Ergebnis.

 

Nach dem 2. Weltkrieg verlangten die USA von den kriegführenden Nationen die Finanzierung ihrer Rüstungsgüter in Gold. So sammelten sich bei der FED über 30.000 Tonnen Gold an – weit mehr als die Menge in allen anderen Staaten zusammen.

 

Um dennoch die Währungen decken zu können, beschloß man 1944 in Bretton Woods die Abschaffung des letzten weltweiten Goldstandards. Und die Einführung des Gold-Dollar-Standards. Der „Golddollar“, eine Banknote, trat an die Stelle echten Goldes und wurde zur Deckung für andere Währungen. Dies war der Beginn der Dollarherrschaft über die Währungen in aller Welt.

 

1971 dann kündigte Präsident Nixon zwei entscheidende Dinge auf: Erstens, die Einlösepflicht des Dollar in Gold. Zweitens, die Haftung des Staates für den Dollar. Seit diesem Zeitpunkt sind Dollarnoten weder durch Staatshaftung noch real durch Gold gedeckt.

 

Sprich: Ganz gleich wie viele Goldvorräte in den Tresorräumen der FED lagern – sie dienen nicht der Deckung des US-Dollars!

 

An der Bedeutung des US-Dollar für internationale Währungen änderte sich trotzdem nichts. Er dient auch weiterhin als Deckung für führende Währungen der Welt – und natürlich auch als Zahlungsmittel. Über 80 Prozent aller Geldmengen auf der Welt sollen heute US-Dollar sein. Und ganz nebenbei konzentriert sich das Gold der Welt bei der FED.

 

Daß uns dies nicht erneut in eine Weltwirtschaftskrise gestürzt hat, ist mehr als erstaunlich. Und das Ergebnis einer raffinierten Regie.

 

Doch verdeutlichen diese Tatsachen eindringlich, daß ein reines Investment des persönlichen Vermögens in Geldwerte mit äußerster Vorsicht zu genießen ist. Zumindest ein Teil sollte durch Sachwerte gedeckt werden.

 

Immer wieder im Laufe der Geschichte werden Geldwerte vernichtet. Spektakulär durch Währungszusammenbrüche. Schleichend durch Kursveränderungen. Allein der Wert des US-Dollar ist von 2000 bis 2004 im Verhältnis zum Euro um rund 40 Prozent gefallen. So ist es nicht verwunderlich, daß eine erfolgreiche Anlagestrategie nur heißen kann: Geldwerte in Sachwerte verwandeln.

 

Wie viel ist Geld wert?

Wer heute von Vermögen spricht, meint damit Anleihen, Aktien, Lebensversicherungen, Immobilien und Bargeld. Der Wert dieser Anlagen bestimmt sich durch Angebot und Nachfrage – und wird in Geld ausgedrückt.

 

Doch was ist eigentlich Geld? Nichts anderes als bedrucktes Papier. Sein Preis ergibt sich ebenfalls über Angebot und Nachfrage und wird mit Hilfe des Kurses ausgedrückt. Steigt der Kurs, steigt der Preis des Geldscheins im Vergleich zu einer anderen Währung.

 

Der Wert eines Geldscheines jedoch ist der Wert eines bedruckten Papiers. Mehr nicht.

 

Dieser Zusammenhang ist ebenso einfach wie wichtig. Denn er verdeutlicht die Schwäche von Geldwerten als Anlagen. Und wird um so deutlicher, wenn man diesen Zusammenhang mit Gold vergleicht.

 

Was ist Gold? 1 kg Gold ist 1 kg Gold. Auch sein Preis ergibt sich aus Angebot und Nachfrage und wird tagesaktuell festgestellt. Für 1 kg Gold erhält man tagesaktuell eine bestimmte Anzahl von Geldscheinen.

 

Der Wert von 1 kg Gold bleibt jedoch immer der Wert von 1 kg Gold.

 

Angenommen, Sie besitzen einen Goldbarren. Dieser Goldbarren ist schon seit 50 Jahren im Besitz Ihrer Familie. Der Wert des Goldbarren ist heute so groß wie damals. Der Preis hat sich jedoch drastisch verändert. Die D-Mark, mit der er gekauft wurde, gibt es schon lange nicht mehr. Und doch können Sie diesen Goldbarren jederzeit gegen Bargeld eintauschen. Oder den Wert des Goldes weiter behalten.

 

Anders gesagt:

Der Preis ist gekoppelt an Geld – und dies ist veränderlich.

Der Wert ist gekoppelt an die Sache – und diese ist konstant.

(Gold bleibt Gold.)

 

Sachwerte vor dem Comeback?

Bei der Vermögensanlage hat sich über die letzten 20 Jahre eine deutliche Verlagerung des Schwerpunkts vom Werterhalt zur Rendite vollzogen. Deutlich wird diese Entwicklung durch eine vergleichsweise eindimensional offensive Ausrichtung vieler Portfolios. Gold als Anlage ohne laufende Erträge und auch andere Sachwerte mit defensiven Qualitäten, fielen der Jagd nach Rendite zum Opfer und wurden so konsequent aus dem Anlageuniversum verbannt.

 

Ihren Tiefststand markierten Gold, Silber und Platin um das Jahr 2000/2001, dem Beginn der Konsolidierungsphase an den Aktienmärkten. Seither begannen alle drei Edelmetalle bereits wieder zu steigen.

 

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklung und des Aufbaus unserer Währungssysteme, setzt Lavinias im Anlagebereich voll auf Sachwerte. Nur hier, glauben wir, läßt sich Vermögen derzeit nachhaltig investieren. Geldwerte hingegen haben heute in perfekt strukturierten Portfolios kaum noch einen Platz.