|
|
Rendite & RisikoWenig Verlust braucht viel Gewinn
Ein gut beratener Anleger weiß, dass die höhere Renditeerwartung immer mit dem Preis eines höheren Risikos erkauft wird. Das Problem: Ein bestimmter prozentualer Verlust kann nicht mit demselben prozentualen Gewinn wettgemacht werden – sondern der Anleger braucht einen (viel) höheren Gewinn. Beispielsweise muss nach einer negativen Rendite von minus 30% anschließend ein Gewinn von 43% gemacht werden, um den Verlust auszugleichen. Dabei gilt: Je höher der Verlust ist, umso stärker kommt dieser Effekt zum Tragen. Für 50% Verlust sind bereits 100% Gewinn notwendig. Und wer am Neuen Markt 80% seines Kapitals verloren hat, muss sogar auf eine Rendite von 400% hoffen, um seinen Einstandswert wieder zu erreichen. Das kann eine Weile dauern...
Wieviel Prozent Gewinn machen wieviel Prozent Verlust wieder wett?
Keine Rendite ohne Risiko
Die angestellten Überlegungen machen deutlich, wie wichtig ein effizientes Risikomanagement ist, um große Verluste zu vermeiden. Auch unabhängig davon sollten Renditeerwartungen nie isoliert betrachtet werden. Denn eine höhere Rendite impliziert immer auch ein höheres Risiko, was die Ausführungen zum „magischen“ Dreieck bereits deutlich gemacht haben. Der Mehrertrag, der durch Aktien im Vergleich zu Anleihen erzielt werden kann, entspricht also einer Risikoprämie. Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings nicht, dass Anleihen per se als risikolos eingestuft werden können. Jeder Anleger muss den Zusammenhang zwischen Risiko und Rendite kennen und in seine Anlageentscheidungen mit einbeziehen. Dies erfordert einerseits eine eindeutige Definition des Begriffs „Risiko“ und andererseits eine ausführliche Beurteilung der verschiedenen Anlageformen unter diesem Gesichtspunkt. Die beiden wichtigsten Risiken sind – wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung – bei allen Anlageformen vorhanden: das Ausfallrisiko und das Wertschwankungsrisiko.Das schlimmste Risiko einer Geldanlage ist der Ausfall. Er steht für den Totalverlust einer Investition, den „worst case“. Dieser kann zum Beispiel eintreten, wenn eine Investition, in die man investiert hat, Bankrott geht. Das Wertschwankungsverfahren beschreibt Buchverluste, falls der Marktwert einer Anlage vorübergehend unter den Einstandspreis fällt. Der wichtigste Grundsatz im Umgang mit diesen Risiken heißt Diversifikation (Streuung). Dabei geht es einfach darum „nicht alle Eier in einen Korb zu legen“ oder „nicht alles auf ein Pferd zu setzen“. Dies betrifft sowohl die Gesamtvermögensebene, also die Aufteilung auf Immobilien, liquide Mittel, Anleihen und Aktien, Rohstoffe und Edelmetalle, als auch die Auswahl und die Gewichtung der Anlageformen an sich.
|


